Was bedeutet Aufbahrung?
Die verstorbene Person wird hergerichtet und an einem Ort so gebettet, dass Angehörige und Trauergäste sich verabschieden können, im offenen oder geschlossenen Sarg. Möglich ist das im Abschiedsraum eines Bestattungsunternehmens, in der Leichenhalle oder Aussegnungshalle des Friedhofs, in Krankenhaus und Pflegeheim für kurze Zeit und in den meisten Bundesländern auch zu Hause. Der Sinn ist nicht Formalität: Der Abschied am offenen Sarg hilft vielen Menschen, den Tod zu begreifen, gerade wenn er plötzlich eingetreten ist. Niemand muss das tun, und Kinder sollten gefragt und nicht gedrängt werden.
Darf man zu Hause aufbahren?
In den meisten Bundesländern ja, für eine begrenzte Zeit. Die Bestattungsgesetze der Länder regeln das unterschiedlich, üblich sind 24 bis 36 Stunden nach Eintritt des Todes, teilweise auch länger, wenn gekühlt wird. Voraussetzung ist immer der ausgestellte Totenschein und dass keine ansteckende Krankheit vorlag. Der Raum sollte kühl sein und wenig genutzt werden. Weil die Regelungen von Land zu Land abweichen und einzelne Kommunen zusätzliche Vorgaben machen, klärt man das am besten direkt mit dem Bestattungsunternehmen, das die örtliche Praxis kennt.
Wie lange ist eine Aufbahrung möglich?
Ohne Kühlung nur kurz, weil Veränderungen schnell einsetzen. Im gekühlten Abschiedsraum eines Bestatters sind mehrere Tage möglich, was in der Praxis oft nötig ist, wenn Angehörige aus dem Ausland anreisen oder ein Termin für die Trauerfeier gefunden werden muss. Zu beachten sind die landesrechtlichen Bestattungsfristen, meist zwischen vier und zehn Tagen nach dem Tod, bei einer Feuerbestattung teilweise länger. Wer mehr Zeit braucht, etwa weil eine Überführung ins Ausland ansteht, sollte das früh ansprechen, dann sind Fristverlängerungen bei der Behörde möglich.
Was ist hygienische Versorgung, was Thanatopraxie?
Die hygienische Versorgung ist der Regelfall und gehört meist zur Grundleistung: Waschen, Ankleiden, Verschließen von Körperöffnungen, Richten von Haaren und Gesicht. Die Thanatopraxie geht deutlich weiter, dabei werden Körperflüssigkeiten durch eine konservierende Lösung ersetzt. Das Ergebnis ist ein natürlicheres Aussehen und eine Aufbahrung über mehrere Tage ohne Kühlung, außerdem ist sie bei Überführungen in viele Länder vorgeschrieben. Sie kostet je nach Aufwand mehrere hundert Euro und ist in Deutschland nicht überall gebräuchlich. Nötig ist sie nur bei längerer Aufbahrung, Überführung oder wenn der Zustand eine Aufbahrung sonst nicht zulässt.
Offener oder geschlossener Sarg?
Das entscheiden die Angehörigen, und es gibt keine richtige Antwort. Für den offenen Sarg spricht, dass der Abschied begreifbarer wird und die Erinnerung an den Anblick meist weniger belastet als die Vorstellung, die man sich sonst macht. Dagegen spricht ein Zustand, der Angehörige erschrecken würde, etwa nach einem Unfall oder langer Krankheit. Der Bestatter kann vorher einschätzen, wie die verstorbene Person aussieht, und dazu raten oder abraten, danach sollte man sich richten. Verbreitet ist die Zwischenlösung, im engsten Kreis am offenen Sarg Abschied zu nehmen und bei der Trauerfeier zu schließen.
Was kostet eine Aufbahrung?
Die hygienische Versorgung ist in den Grundleistungen meist enthalten. Die Nutzung eines Abschiedsraums wird je Termin oder je Tag berechnet, üblich sind etwa 50 bis 150 Euro, die Kühlung wird oft nach Tagen abgerechnet. Bei einer Aufbahrung zu Hause entfällt die Raummiete, es kommen aber gegebenenfalls Kosten für einen Kühlaufsatz und zusätzliche Fahrten hinzu. Die Aufbahrung in der Friedhofshalle rechnet die Kommune über ihre Gebührenordnung ab. Lassen Sie sich die Positionen einzeln aufführen und getrennt nach Bestatterleistung und Fremdkosten ausweisen, dann ist erkennbar, was tatsächlich anfällt.