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Einen Nachlass regeln

Wenn die Bestattung vorbei ist, beginnt der Teil, der über Geld entscheidet. Hier laufen die Fristen, die wirklich weh tun können — allen voran die sechs Wochen für die Ausschlagung.

Meine Schritte und Fristen anzeigen

Wie lange kann ich ein Erbe ausschlagen?

Sechs Wochen, gerechnet ab dem Zeitpunkt, an dem Sie vom Erbfall und Ihrer Erbenstellung erfahren haben — nicht ab dem Todestag. Lebte die verstorbene Person im Ausland oder halten Sie sich im Ausland auf, sind es sechs Monate. Läuft die Frist ab, gilt das Erbe als angenommen, samt aller Schulden. Die Ausschlagung selbst muss zur Niederschrift beim Nachlassgericht oder in öffentlich beglaubigter Form erklärt werden; eine formlose E-Mail genügt nicht.

Rechtsgrundlage: §§ 1944, 1945 BGB

Wie finde ich heraus, ob der Nachlass überschuldet ist?

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Kontoauszüge der letzten Monate, laufende Kredite, Bürgschaften und offene Rechnungen. Wenn die Zeit nicht reicht, gibt es Zwischenwege, die die Haftung auf den Nachlass begrenzen, etwa Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenz. Welcher davon in Betracht kommt, ist eine rechtliche Bewertung — das gehört in anwaltliche Hände, und zwar vor Fristablauf.

Brauche ich einen Erbschein?

Oft nicht. Liegt ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll vor, akzeptieren Banken und Grundbuchamt in aller Regel dieses. Nötig wird der Erbschein typischerweise bei handschriftlichem Testament, bei gesetzlicher Erbfolge ohne Testament und wenn Grundbesitz umgeschrieben werden soll. Da sich die Kosten nach dem Nachlasswert richten, lohnt die Frage, ob es auch ohne geht.

Was kostet ein Erbschein?

Die Gebühren richten sich nach dem Wert des Nachlasses und fallen zweimal an: einmal für den Antrag, einmal für die eidesstattliche Versicherung. Bei einer Erbengemeinschaft genügt ein gemeinschaftlicher Erbschein für alle — das ist deutlich günstiger, als wenn jeder einzeln beantragt.

Muss ich das Finanzamt informieren?

Ja, binnen drei Monaten nach Kenntnis vom Erwerb, formlos genügt. Die Anzeigepflicht entfällt, wenn der Erwerb auf einem notariell eröffneten Testament beruht und weder Grundbesitz noch Betriebsvermögen noch Auslandsvermögen dabei ist. Ob am Ende Steuer anfällt, ist eine getrennte Frage — die Freibeträge sind vergleichsweise hoch.

Rechtsgrundlage: § 30 ErbStG

Wie komme ich an die Konten?

Banken geben Auskunft und Zugriff erst gegen Nachweis der Erbenstellung. Eine über den Tod hinaus geltende Vollmacht beschleunigt das erheblich — deshalb ist sie in der Vorsorge so wertvoll. Bei einer Erbengemeinschaft können Konten grundsätzlich nur gemeinsam verfügt werden.

Zuletzt geprüft: August 2026. Dieser Text gibt allgemeine Informationen zum Ablauf und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.