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Nachlassportal Klar durch den Todes- und Erbfall

Wenn ein Kind erbt: Vertretung, Genehmigungen, Schutz

Kinder werden häufiger zu Erben, als man denkt, vor allem, nachdem die Eltern selbst ausgeschlagen haben. Dann handeln die Eltern für das Kind, aber nicht frei: An mehreren Stellen verlangt das Gesetz die Genehmigung des Familiengerichts.

Mein Kind ist nach meiner Ausschlagung Erbe geworden, was jetzt?

Das ist der häufigste Fall: Ein Elternteil schlägt ein überschuldetes Erbe aus, damit rückt das Kind nach. Die Eltern können auch für das Kind ausschlagen, und wieder läuft eine Sechs-Wochen-Frist ab Kenntnis. Schlagen Sie für sich selbst und Ihre Kinder deshalb möglichst in einem Termin aus. Das Nachlassgericht und Notare kennen diesen Ablauf.

Rechtsgrundlage: § 1944 BGB

Braucht die Ausschlagung für das Kind eine Genehmigung des Familiengerichts?

In dem häufigsten Fall nicht: Wird das Kind erst dadurch Erbe, dass der sorgeberechtigte Elternteil selbst ausgeschlagen hat, ist dessen Ausschlagung für das Kind genehmigungsfrei. In den übrigen Fällen (das Kind ist unmittelbar als Erbe berufen) muss das Familiengericht die Ausschlagung genehmigen. Die Ausschlagungsfrist läuft während des Genehmigungsverfahrens nicht ab.

Rechtsgrundlage: § 1643 BGB, § 1851 BGB

Das Kind hat geerbt: Dürfen die Eltern frei über das Vermögen verfügen?

Nein. Die Eltern verwalten das Kindesvermögen, aber gebunden: Für den Verkauf einer geerbten Immobilie, die Aufnahme von Krediten und eine Reihe weiterer Geschäfte brauchen sie die Genehmigung des Familiengerichts. Geerbtes Geld ist nach den Grundsätzen wirtschaftlicher Vermögensverwaltung anzulegen und gehört dem Kind, nicht dem Familienbudget.

Rechtsgrundlage: §§ 1638 ff., 1643 BGB

Was gilt, wenn Eltern und Kind gemeinsam in einer Erbengemeinschaft sitzen?

Dann können die Eltern das Kind bei der Auseinandersetzung nicht selbst vertreten, sie stehen ja auf beiden Seiten des Geschäfts. Das Familiengericht bestellt einen Ergänzungspfleger, der die Interessen des Kindes wahrnimmt. Das verlängert das Verfahren, schützt aber das Kind: Der Pfleger prüft allein, ob die Verteilung für das Kind stimmt.

Rechtsgrundlage: § 1809 BGB

Kann ein Kind mit Schulden volljährig werden?

Nein, hier schützt das Gesetz hart: Die Haftung für Verbindlichkeiten, die die Eltern durch Rechtsgeschäfte für das minderjährige Kind begründet haben, beschränkt sich auf das Vermögen, das das Kind bei Eintritt der Volljährigkeit besitzt. Ein junger Mensch startet also nicht wegen einer geerbten Firma oder Wohnung verschuldet ins Erwachsenenleben.

Rechtsgrundlage: § 1629a BGB

Sollte man Kindern überhaupt etwas direkt vererben?

Für die eigene Nachlassplanung: mit Bedacht. Direkt eingesetzte minderjährige Erben bedeuten Familiengericht, Ergänzungspfleger und gebundene Verwaltung bis zur Volljährigkeit. Testamentsvollstreckung oder eine Vor- und Nacherbschaft können das steuern. Das ist klassisches Terrain für eine erbrechtliche Beratung, die Gestaltung muss zur Familie passen.

Zuletzt geprüft: September 2026. Dieser Text gibt allgemeine Informationen zum Ablauf und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.