Wie funktioniert eine Sterbegeldversicherung?
Es ist eine kleine Kapitallebensversicherung auf den eigenen Tod: Sie zahlen monatlich Beiträge, im Todesfall erhalten die Angehörigen die vereinbarte Summe, üblich sind 3.000 bis 15.000 Euro. Die meisten Tarife verzichten auf Gesundheitsfragen und setzen stattdessen eine Wartezeit von ein bis drei Jahren, wer vorher stirbt, bekommt meist nur die Beiträge zurück, bei Unfalltod zahlen viele Tarife sofort. Gezahlt wird je nach Tarif bis zum Tod oder bis zu einem Endalter, etwa 85 Jahre. Das Geld ist zweckungebunden, die Angehörigen können damit die Bestattung bezahlen, müssen es aber nicht.
Wann übersteigen die Beiträge die Leistung?
Das ist die entscheidende Rechnung, und sie fällt umso schlechter aus, je später Sie einsteigen. Wer mit 50 abschließt und ein hohes Alter erreicht, zahlt über die Jahre häufig mehr ein, als die Versicherung später auszahlt, bei Abschluss ab 65 oder 70 ist das eher die Regel als die Ausnahme. Verbraucherschützer kritisieren die Produktgruppe genau deshalb seit Jahren als teuer. Lassen Sie sich vor der Unterschrift die Gesamtbeitragssumme bis zum Endalter ausrechnen und legen Sie sie neben die Versicherungssumme, diese eine Zeile entscheidet, ob der Vertrag für Sie arbeitet oder gegen Sie.
Für wen kann sie trotzdem sinnvoll sein?
Für zwei Gruppen. Erstens für Menschen, die kein Polster haben und wissen, dass sie keines aufbauen werden, hier erzwingt der Vertrag das Ansparen und die Bestattung ist gesichert. Zweitens für Menschen, bei denen absehbar Sozialhilfe oder Pflegeheimkosten ins Haus stehen: Eine angemessene, zweckgebundene Bestattungsvorsorge gilt in der Praxis der Sozialämter als geschütztes Schonvermögen und muss anders als ein Sparbuch nicht erst aufgebraucht werden, bevor der Staat einspringt. Wer dagegen ein paar tausend Euro auf der Seite hat oder ansparen kann, braucht das Produkt in aller Regel nicht.
Welche Alternativen gibt es?
Drei, jede mit anderem Profil. Das eigene Tagesgeldkonto mit Zweckvermerk ist die flexibelste und günstigste Lösung, das Geld bleibt Ihres, allerdings ohne Sozialamt-Schutz und im Erbfall erst nach Kontofreigabe verfügbar. Der Bestattungsvorsorgevertrag beim Bestatter mit Treuhandkonto legt Leistungen und Preis fest, das Geld liegt zweckgebunden und insolvenzgeschützt bei einer Treuhandstelle und ist als Schonvermögen anerkannt. Die Sterbegeldversicherung ist die dritte Option mit den beschriebenen Stärken und Schwächen. Häufig ist die Kombination aus schriftlich festgehaltenen Wünschen und einer schlichten Geldrücklage die ehrlichste Vorsorge.
Worauf muss ich beim Vertrag achten?
Auf fünf Punkte: die Gesamtbeitragsrechnung aus der Frage oben. Das Endalter der Beitragszahlung, lebenslange Zahlpflicht kann im hohen Alter zur Falle werden. Die Wartezeit und was in ihr gilt. Ob die Summe fest ist oder durch Überschüsse wachsen kann. Und die Kündigungsfolgen: Wer früh kündigt, bekommt oft deutlich weniger zurück als eingezahlt, weil Abschlusskosten verrechnet werden. Ein Vertrag zugunsten Dritter mit Bezugsberechtigung sorgt dafür, dass das Geld im Todesfall direkt an die benannte Person fließt, ohne auf die Kontofreigabe durch die Bank zu warten.
Zahlt nicht die Krankenkasse oder die Rente ein Sterbegeld?
Nein. Das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen wurde 2004 abgeschafft, und die gesetzliche Rentenversicherung zahlt keines. Ausnahmen gibt es nur in Nischen: Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt ein Sterbegeld bei Tod durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit, Beamte erhalten über die Beihilfe und das Sterbegeld nach Beamtenrecht Leistungen, manche Versorgungswerke, Gewerkschaften und Betriebsvereinbarungen sehen Zuschüsse vor. Für alle anderen gilt: Die Bestattung wird aus dem Nachlass oder aus eigener Vorsorge bezahlt. Was sie kostet und wer zahlen muss, steht auf unserer Seite zu den Beerdigungskosten.