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Nachlassportal Klar durch den Todes- und Erbfall

Entrümpelung im Erbfall: Kosten, Ablauf, und was Sie vorher sichern müssen

Irgendwann steht jeder Erbe vor vollen Schränken. Eine Entrümpelung ist schnell beauftragt, aber im Erbfall gilt eine Reihenfolge, die viele nicht kennen: erst Papiere und Werte sichern, erst die Annahme des Erbes klären, DANN räumen.

Warum nicht sofort räumen lassen?

Zwei Gründe. Erstens stecken in jedem Haushalt Dinge, die Sie noch brauchen: Testamente, Kontoauszüge, Versicherungspolicen, Schlüssel, Schmuck: einmal in der Mulde, sind sie weg. Zweitens kann das Verwerten des Nachlasses als Annahme der Erbschaft gewertet werden: Wer räumt und verkauft, bevor die sechswöchige Ausschlagungsfrist geklärt ist, riskiert, einen überschuldeten Nachlass samt Schulden angenommen zu haben. Sichten und sichern ist erlaubt, verwerten erst, wenn die Annahme feststeht.

Rechtsgrundlage: § 1943 BGB

Was kostet eine Entrümpelung realistisch?

Als Faustwert: eine normale 3-Zimmer-Wohnung je nach Region und Füllgrad etwa 1.500 bis 3.500 Euro, ein Einfamilienhaus mit Keller und Dachboden 3.000 bis 6.000 Euro und mehr. Preistreiber sind Menge, Etage ohne Aufzug, Sondermüll und Zeitdruck. Seriöse Betriebe rechnen nach Besichtigung einen Festpreis, Angebote nach Telefonschätzung sind erfahrungsgemäß nicht belastbar und werden vor Ort teurer. Mehrere Angebote lohnen sich: Die Spannen zwischen Betrieben sind erheblich.

Was bedeutet Wertanrechnung?

Verwertbares (Antiquitäten, Werkzeug, gut erhaltene Möbel, Sammlungen) rechnet der Betrieb gegen den Preis auf: Statt 2.800 Euro zahlen Sie 2.200, weil der Wiederverkaufswert gegengerechnet wird. Das ist legitim und üblich, hat aber eine Kehrseite: Der Betrieb schätzt konservativ. Bei ernsthaften Werten (Schmuck, Kunst, Münzen, alten Uhren) lohnt vor der Entrümpelung der Weg zum Auktionshaus oder Händler; erst danach den Rest pauschal räumen lassen. Lassen Sie die Wertanrechnung im Angebot ausweisen, nicht mündlich zusagen.

Woran erkenne ich einen seriösen Betrieb?

An vier Dingen: Er besichtigt vor dem Angebot. Er nennt einen Festpreis inklusive Entsorgung und weist die Wertanrechnung aus. Er entsorgt nachweisbar legal, auf Nachfrage nennt er die Entsorgungswege, denn illegal abgeladener Müll fällt auf den Auftraggeber zurück. Und er ist erreichbar: Impressum, Festnetznummer, Firmensitz. Vorsicht bei "80 Euro pro Zimmer"-Kleinanzeigen und bei Betrieben, die sofort Vorkasse wollen. Über unser Verzeichnis erreichen Sie Betriebe mit geprüftem Kontaktweg und können bis zu drei gleichzeitig anfragen.

Wie läuft eine Entrümpelung ab, und wie lange dauert sie?

Besichtigung, Festpreisangebot, Termin: die Räumung selbst dauert bei einer Wohnung meist einen Tag, bei Häusern zwei bis drei. Vereinbart wird üblicherweise "besenrein": leer, grob gereinigt, ohne Renovierung. Klären Sie vorher, was ausdrücklich NICHT mitsoll (Erinnerungsstücke markieren oder vorher herausholen), wer Halteverbotszone und Container organisiert, und ob Einbauküche oder Lampen mitgehen. Bei Mietwohnungen den Übergabetermin mit dem Vermieter erst NACH der Räumung legen, mit Puffer für Nacharbeiten.

Wer zahlt die Entrümpelung, und ist sie steuerlich absetzbar?

Die Kosten trägt der Nachlass beziehungsweise die Erben gemeinsam, bei Mietwohnungen im Rahmen der Räumungspflicht aus dem Mietverhältnis. Bei der Erbschaftsteuer zählt die Entrümpelung zu den Nachlassverbindlichkeiten, sie ist mit der Erbfallkostenpauschale von 15.000 Euro abgegolten oder einzeln ansetzbar, wenn die Pauschale überschritten wird. Wohnt ein Erbe selbst in der Immobilie, kommt für Folgearbeiten die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Betracht. Belege aufheben, auch für die Auseinandersetzung unter Miterben.

Zuletzt geprüft: September 2026. Dieser Text gibt allgemeine Informationen zum Ablauf und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.